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Die Klonarmee der Super-Anwälte – Rechtsberatung im KI-Zeitalter
September 26, 2019

Immer mehr Mandanten suchen eine Rechtsberatung im Internet auf, um dort ihre rechtlichen Probleme mit Hilfe eines Anwalts zu lösen. Menschliche Rechtsexperten sind jedoch nicht skalierbar. Es...

Immer mehr Mandanten suchen eine Rechtsberatung im Internet auf, um dort ihre rechtlichen Probleme mit Hilfe eines Anwalts zu lösen. Menschliche Rechtsexperten sind jedoch nicht skalierbar. Es herrscht jetzt schon ein Mangel an Rechtsanwälten, und alle derzeit aktiven Anwälte sind mit Arbeit überlastet. Das Tragische daran: Rechtsanwälte verbringen heute 80 Prozent ihrer Zeit mit Problemen, die sie oder ihre Kollegen schon einmal gelöst haben. Dieses Wissen ist aber häufig nur sehr schwer reproduzierbar, da es sich tief vergraben in abgelegten Dokumenten, E-Mails oder Köpfen von längst ausgeschiedenen Mitarbeitern befindet. Das Wiederfinden dieser Informationen dauert sehr lange und ist häufig auch nicht möglich. Der Frust bei Mitarbeitern wächst, während für die wirklich wichtigen Aufgaben immer weniger Zeit bleibt.

Guter Rat muss nicht teuer sein

Auf dieses Problem stieß die QNC GmbH in Hannover bei der Einführung einer Flatrate für Rechtsberatung. Die QNC baut Plattformen für Online-Rechtsberatung und Rechtsautomation auf, die monatlich Hunderte von Anwälten und interne Rechtsabteilungen benutzen und dabei wiederum Hunderttausende von Ratsuchenden bedienen. Mit der neuartigen Flatrate erhalten kleine und mittelständische Unternehmen wie Online Shops, Handwerker, Ärzte, Vermieter, Makler und andere Gewerbetreibende nun endlich eine preiswerte Antwort auf alle rechtlichen Fragen. Für nur 80 Euro im Monat können die Firmen den an die Plattform www.frag-einen-anwalt.de angeschlossenen Anwälten alle ihre Fragen rund um rechtliche Probleme stellen. Möglich wird dies, indem QNC die Rechtsanwälte bei der Beantwortung der Fragen mit dem Assistenzsystem “Prime Legal” unterstützt.

Rechtsberatung

Nach einer eingehenden Analyse des bestehenden Rechtsinhalts von mehr als 200.000 Fällen hat QNC mit der Künstlichen Intelligenz IBM Watson einen intelligenten Rechtsassistenten eingerichtet, der tief in den Workflow des Anwalts integriert ist und Antworten auf sich wiederholende rechtliche Probleme vorschlägt. Um die Datenbasis mit den Rechtsinhalten intelligent durchsuchen zu können, kommt IBM Watson Discovery unter Nutzung von Natural Language Processing zum Einsatz. Mit den Trainingsdaten wird Watson Discovery mittels Maschine-Learning-Verfahren so trainiert, dass auch komplexe Sachverhalte beantwortet werden können.

Je mehr Daten, desto schlauer wird Watson

Das Prime-Legal-AI-Datenmodell wird durch wachsende Inhalte und fortlaufendes Training ständig verbessert. Watson hilft dabei auch, die Relevanz der Ergebnisse sukzessive zu verfeinern. Eine besondere Herausforderung bei der maschinellen Verarbeitung von Rechtsinhalten stellt die juristische Terminologie dar. Damit Watson auch Juristendeutsch versteht, wird mit Watson Knowledge Studio Domänenwissen aufgebaut.

Nachdem das Proof-of-Concept bei der eigenen Plattform gelungen ist, wurde Prime Legal mittlerweile als ein Legal-SaaS (Software-as-a-Service)-Produkt ausgebaut. Jede Kanzlei oder Rechtsabteilung kann die Plattform auch mit ihren eigenen rechtlichen Inhalten bestücken, benutzt aber das zentrale Datenmodell von Prime Legal, welches laufend optimiert wird. QNC übernimmt zentral das Training des Modells mit den Daten der Kanzleien und Rechtsabteilungen. Bei den Daten kann es sich um E-Mails, Schriftsätze, Dokumente, Vorlagen und andere Schrifterzeugnisse handeln. QNC stellt vielfältige Schnittstellen zur Verfügung, mit denen die Inhalte automatisch eingespielt werden können.

In der nahen Zukunft soll Prime Legal zentral um Inhalte der juristischen Fallverlage und Urteile der deutschen Zivilgerichtsbarkeit erweitert werden. Bereits heute hat QNC das System schon in verschiedenen Anwaltskanzleien und internen Rechtsabteilungen eingeführt, wo es die Zeit für die Beantwortung repetitiver Fälle um bis zu 60 Prozent reduziert.

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