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Automotive Aftermarket – Wie der Service rund ums Auto für Innovation und Wachstum sorgt

By | Business Development Leader Discrete Manufacturing, IBM Consulting DACH
October 21, 2026

Fragt man nach Wachstumsmotoren der deutschen Wirtschaft, nennt im Moment sicher kaum jemand die Automobilindustrie. Die steckt gefühlt schon seit Jahren in der Krise: Autonomes Fahren erfordert...

 

Fragt man nach Wachstumsmotoren der deutschen Wirtschaft, nennt im Moment sicher kaum jemand die Automobilindustrie. Die steckt gefühlt schon seit Jahren in der Krise: Autonomes Fahren erfordert langfristig hohe Investitionen, das sogenannte Software-definierte Fahrzeug verändert den gesamten Entwicklungsprozess und verteilt Verantwortungen bei OEMs und Zulieferern völlig neu, und auch die Märkte in China und den USA stehen nicht mehr für die gewohnt hohen Absatzzahlen. Dazu kommt die Transformation hin zum elektrischen Fahren, die in Entwicklung und Produktion viele Arbeitsplätze überflüssig macht und darüber hinaus das gewohnte Geschäftsmodell von Autowerkstätten zu gefährden scheint.

Warum der Aftermarket der Krise trotzt

Da scheint es geradezu paradox, dass auf der weltweit größten Messe zum Thema Automotive Aftermarket, der alle zwei Jahre in Frankfurt stattfindenden „Automechanika“, viel von Wachstum und Innovation die Rede war. Woher nehmen die Teilnehmer der im Vergleich zur vorhergehenden Ausgabe gewachsenen Messe den Optimismus? Klar ist, dass der Automotive Aftermarket viel unabhängiger von Konjunkturverläufen oder der Kauflaune von Konsumenten ist als das Gesamtgeschäft der Automobilindustrie. Gerade in Deutschland bewirken seit Jahren stagnierende Verkaufszahlen von Neuwagen ein stetiges Altern der Fahrzeugflotte auf unseren Straßen. Und die brauchen dann natürlich mit steigendem Lebensalter mehr Ersatzteile und Service. Dass die gefahrenen Kilometer in Deutschland parallel dazu kontinuierlich steigen, unterstützt diesen Trend.

Software verändert den Automotive Aftermarket

Doch es gibt noch einen weiteren wesentlichen Grund, der die Branche sehr hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt. Die zunehmende Komplexität von Kraftfahrzeugen benötigt eine ganz eigene Weiterentwicklung des Automotive Aftermarkets. In der Vergangenheit wurde ein Defekt an einem Fahrzeug meist durch den Austausch des betroffenen Bauteils behoben. Dabei kam es vor allem auf eine „gut geölte“ Ersatzteillogistik an, um nach Möglichkeit einen längeren (oder gar zweiten) Werkstattbesuch zu vermeiden. Heute manifestieren sich Probleme im Fahrzeug oft im Zusammenspiel von Software und Hardware oder sie betreffen gar die moderne PKWs immer stärker dominierende Software allein. Schon die stetig an Komplexität zunehmende Diagnose dieser Probleme stellt eine Herausforderung für die Hersteller von Diagnosesystemen her, die heute folgerichtig schon stark auf die Unterstützung durch Künstliche Intelligenz setzen.

Wie KI die Fahrzeugdiagnose verändert

KI kann helfen, den Diagnoseprozess zu beschleunigen und Probleme besser einzugrenzen, sie kann den Prozess an sich aber auch kundenfreundlicher gestalten, indem Elemente der Diagnose bereits vor dem Werkstattbesuch sozusagen „remote“ vorgenommen werden können. Das kann unter Mitwirkung der Fahrerin oder des Fahrers geschehen, moderne Fahrzeuge steuern den Diagnoseprozess über eine Anbindung an Systeme im Hintergrund aber auch schon eigenständig.

Konnektivität wird zum Schlüssel moderner Fahrzeugservices

Die Anbindung des Fahrzeugs ist auch für andere Aspekte entscheidend: Ohne Konnektivität keine Software-Updates, ohne die ein modernes Auto kaum betrieben werden kann. Solche Updates können Funktionserweiterungen betreffen, sie sind aber von besonderer Bedeutung bei der Absicherung gegen Angriffe von außen. In diesem Zusammenhang gerät auch der Austausch von Fahrzeugkomponenten wieder in den Blick: In der Zukunft ist es schwer vorstellbar, dass Teile im PKW verbaut werden, die nicht zuvor auf den neuesten Software-Stand gebracht, registriert oder sogar authentifiziert wurden.

Neue Technik braucht neue Fähigkeiten

All das schafft für Automobilwerkstätten eine ganz neue Arbeitsrealität. Die Bandbreite von Tätigkeiten wird wachsen, der Fokus rückt mehr in Richtung komplexer Zusammenhänge zwischen Hardware und Software und einer aktuell zu haltenden Fahrzeugkonfiguration. Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen Werkstätten ihren Mitarbeitern zu neuen Fähigkeiten verhelfen – und auch hier kann Künstliche Intelligenz zum Beispiel mit individuell anpassbaren Ausbildungsplänen und einer maßgeschneiderten Skill-Entwicklung unterstützen. KI als Wachstumstreiber in einem scheinbar so traditionellen Umfeld wie dem Automotive Aftermarket – auch das macht den Optimismus der Branche besser verständlich.

 

Weitere Informationen: 

  • IBM IBV Studien zur Automobilindustrie finden Sie hier: Link
  • Videoaufzeichnung der Diskussionsrunde auf der Automechanika in Frankfurt zum Thema 'The Future of Automotive Aftersales: AI, Data and New Revenue Models': Link

 

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