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Von Komplexität zu Klarheit: Der Weg zu produktiver IT im KI-Zeitalter

IT ist längst mehr als ein Kostenfaktor – sie ist Motor für Wachstum, Effizienz und Innovation. Doch mit zunehmender Digitalisierung und Einsatz von KI steigt auch die Komplexität...
IT ist längst mehr als ein Kostenfaktor – sie ist Motor für Wachstum, Effizienz und Innovation. Doch mit zunehmender Digitalisierung und Einsatz von KI steigt auch die Komplexität: Gewachsene Infrastrukturen, heterogene Anwendungen und fragmentierte Prozesse erschweren es vielen Unternehmen, ihre IT optimal zu steuern und Potenziale voll auszuschöpfen.
Um diese Herausforderungen messbar zu machen, hat das IBM Institute for Business Value gemeinsam mit Oxford Economics eine globale Studie durchgeführt – die unter dem Titel „Cut the Cost of Complexity“ veröffentlicht wurde. Befragt wurden 680 IT-Führungskräfte aus 21 Ländern und 18 Branchen, darunter auch Deutschland und weitere Nationen in Europa. Ziel war es, zu verstehen, wie Unternehmen weltweit Automatisierung einsetzen, um Kosten zu senken, Produktivität zu steigern und technologische Komplexität zu beherrschen.
Vorteile der IT-Automatisierung
Die Studie zeigt deutlich: Ein hoher Automatisierungsgrad in der IT zahlt sich aus. Unternehmen mit fortgeschrittener Automatisierung verzeichnen im globalen Durchschnitt
- 10 % Umsatzwachstum
- 31 % geringere IT-Kosten
- 16 % kürzere Markteinführungszeiten
- 36 % weniger Sicherheitsvorfälle.
Sie berichten zudem von einem Return on Investment (ROI) von 90 % auf unternehmensweite, digitale Transformationsinitiativen. Darüber hinaus zeigt sich, dass sie im Schnitt 6,8 % ihres Umsatzes für IT ausgeben – weniger als jene mit geringerer Automatisierungsreife – und dennoch messbar bessere Ergebnisse erzielen.
In Deutschland investieren Unternehmen derzeit 9 % ihres Umsatzes in IT, 2023 waren es im Vergleich sechs Prozent. 67 % der IT-Budgets werden heute für die Transformation von IT- und Geschäftsprozesse eingesetzt, genauso viel wie im globalen Durchschnitt.
IT-Automatisierung als strategischer Hebel
Automatisierung ist kein Selbstzweck, sondern eine wesentliche Voraussetzung für Effizienz, Geschwindigkeit und Resilienz. In Deutschland beziehen 58 % der Unternehmen Erkenntnisse aus IT-Transformationen aktiv in ihre Finanz- und Investitionsentscheidungen ein (Europa: 64 %, global: 58 %).
Auch operativ zeigen sich Fortschritte – verglichen mit der Situation vor zwei Jahren:
- 58 Prozent höherer Compliance- und Risikotransparenz
- 58 Prozent höherer Cyber-Resilienz
- 54 Prozent verbesserter Ressourcennutzung
- 50 Prozent weniger manuellen Eingriffe im IT-Betrieb
Mit zunehmender Automatisierung reift auch das operative Modell. Rund ein Drittel der deutschen Unternehmen verfügt über standardisierte Plattform-Management-Praktiken, ein weiteres Drittel über fortgeschrittenes Multi-Cloud-Management mit KI-gestützter Observability. Mehr als die Hälfte managt ihre Infrastruktur bereits proaktiv mit automatisierten Tools.
Transformation mit Weitblick
Mit 98 IT-Mitarbeitenden pro Milliarde US-Dollar Umsatz arbeitet die deutsche IT schlanker als der europäische Durchschnitt, der dafür 103 Mitarbeitende benötigt. Ein Bereich, der jedoch weiterhin Aufmerksamkeit erfordert, ist die sogenannte Schatten-IT – also Systeme und Services, die außerhalb der zentralen IT-Steuerung betrieben oder beschafft werden. 26 % der IT-Ausgaben entfallen auf nicht zentral gesteuerte Systeme (global: 24 %). Unternehmen sollten daher Transparenz und Steuerung in ihrer IT-Landschaft konsequent stärken.
Cloud Computing – Fundament moderner IT
In Deutschland hat laut Studie rund ein Drittel der Unternehmen seine Cloud-Migration weitgehend abgeschlossen – etwas weniger als im internationalen Vergleich. Zwei Drittel treiben den Ausbau hybrider und Multi-Cloud-Umgebungen aktiv voran – ein deutliches Zeichen für wachsende Reife und Standardisierung.
Im europäischen Vergleich zeigt sich Deutschland besonders stark in der strategischen Planung und Standardisierung von Cloud- und Automatisierungsinitiativen. Rund ein Drittel der Unternehmen verfügt über klar definierte Plattform-Management-Praktiken, ein weiteres Drittel über fortgeschrittenes Multi-Cloud-Management mit KI-gestützter Observability. In der Umsetzung – insbesondere bei der Cloud-Integration – besteht jedoch noch Aufholpotenzial: Während europaweit rund 38 % der Unternehmen ihre Cloud-Migration zu über 75 % abgeschlossen haben, liegt Deutschland mit 31 % leicht darunter.
Künstliche Intelligenz (KI) – Hebel für Effizienz und Innovation
Auch beim Einsatz generativer KI zeigt sich Bewegung: Etwa sechs von zehn Unternehmen in Deutschland setzen laut Studie sie bereits ein oder optimieren entsprechende Anwendungen. Damit liegt Deutschland nahezu gleichauf mit den europäischen und globalen Vergleichswerten. KI wird zunehmend als operativer Beschleuniger verstanden – vor allem in Verbindung mit Automatisierung und Cloud. Unternehmen, die beide Technologien kombinieren, profitieren von geringeren IT-Kosten, stabileren Prozessen und höherer Agilität.
Fazit: IT-Automatisierung zahlt sich aus
Die neue Studie zeigt deutlich: Automatisierung, Cloud und KI sind entscheidende Stellhebel für mehr Effizienz und Wachstum. Unternehmen, die ihre IT-Architekturen modernisieren und systematisch automatisieren, reduzieren Kosten, stärken ihre Resilienz und gewinnen Handlungsspielraum für Innovation.
Deutschland liegt im internationalen Vergleich im soliden Mittelfeld – mit hoher strategischer Reife, aber weiterhin Potenzial bei der Cloud-Integration und einer durchgängigen Nutzung von KI. Dabei überzeugt Deutschland durch strategische Planung und strukturiertes Vorgehen.
Der nächste Schritt besteht nun für viele darin, Automatisierung als Unternehmensprinzip zu verankern – über Abteilungen, Plattformen und Prozesse hinweg. So wird aus technologischer Komplexität nachhaltiger geschäftlicher Mehrwert.
Mehr Einblicke in die Studie „Cut the Cost of Complexity“ erhalten Sie hier.