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Vom Modell zum Code – wie Embedded Software Engineering bei Thomas neu erfunden wurde

Eingebettete Software war lange geprägt von hochspezialisierten Lösungen, die schwer zu harmonisieren sind. Eine gesamtheitliche Betrachtung war oft auf Grund der Komplexität nicht...
Eingebettete Software war lange geprägt von hochspezialisierten Lösungen, die schwer zu harmonisieren sind. Eine gesamtheitliche Betrachtung war oft auf Grund der Komplexität nicht realisierbar. Bei Thomas hat sich dieses Bild grundlegend gewandelt. Das Unternehmen zeigt, wie moderne, eingebettete Entwicklung heute aussieht und wie das Modell als zentrales Element einer homogenen Software-Entwicklung eingebettet werden kann – auch als strategischer Wegbereiter für Geschwindigkeit, Qualität und Zukunftsfähigkeit.
Wenn Software zum Herz intelligenter Antriebselemente wird
Das Familienunternehmen Thomas entwickelt intelligente Fluid-Control-Lösungen für unterschiedliche Märkte - Automotive, Mobilhydraulik und Medizintechnik. Das benötigte Zusammenspiel von Mechanik, Elektronik, Sensorik und Software in hochintegrierten und komplexen Systemen führte Thomas zum Leitmotiv SENSE – THINK – ACT: wobei die Software zum Herzstück der Funktionalität wird.
Mit dieser wachsenden Bedeutung stiegen jedoch auch die Anforderungen, wie kürzere Entwicklungszyklen, höhere Variantenvielfalt und strengere Qualitätsansprüche. Klassische Entwicklungsansätze stießen an ihre Grenzen. Die Antwort darauf war ein konsequenter Wandel hin zu modellbasierter Entwicklung.
Der strategische Neustart: Modellierung als Leitprinzip
Statt punktueller Optimierungen entschied sich das Team für eine grundlegende Neuausrichtung – mit dem Modell als zentrales Element. Der Einstieg in die modellbasierte Entwicklung mit Embedded UML Studio des IBM Business Partners SodiusWillert markierte einen echten Wendepunkt. Embedded UML Studio ist ein Angebot von SodiusWillert, das den Einsatz von IBM Rhapsody für die modell-basierte Entwicklung von Software für Embedded Systeme ermöglicht. Thomas setzt ergänzend zu Embedded UML Studio auch den IBM TestConductor ein für automatisiertes Testen der Modelle auf dem Zielsystem.
In dieser Entwicklungsumgebung ergeben sich für Thomas mehrere Vorteile zur Steigerung der Effizienz, sowie der Entwicklungs- und Freigabe-Prozesse:
- Durch Abstraktion und Erstellung verschiedener Sichten stehen dem Entwickler und Tester nur die Informationen zu Verfügung, die er aktuell benötigt, zusammengeführt aus einem homogenen Modell
- Durch die Code-Generierung aus dem Modell heraus bleiben Software-Architektur, Software-Design und Code homogen, dabei dient das Modell als „Single Point of Truth“
- Prozessschritte und Tools können vereinheitlicht, automatisiert und optimiert werden.
- Durch die Konsistenz im Modell konnten neue Methoden und Techniken eingeführt werden, um die Entwicklungsgeschwindigkeit weiter zu steigern.
Drei Perspektiven, ein Modell
Im Zentrum der Transformation steht ein Gedanke: Das Modell ist mehr als ein Tool zur Code-Erzeugung – es ist eine Plattform, eine Datenbank und ein Interface zugleich.
Als Plattform sichert das Modell durch saubere Architekturtrennung und klar definierte Schnittstellen die Lauffähigkeit der Software in unterschiedlichen Umgebungen: von Windows-basierten Entwicklungs- und Testsystemen bis hin zur eigenentwickelten Zielhardware. Des Weiteren können Simulationsumgebungen, SIL-Tests und automatisierte Testarchitekturen frühzeitig in der Entwicklung realisiert werden. Potenzielle Fehler werden dadurch in frühen Phasen des Projekts vermieden bzw. identifiziert.
Als Datenbank wird das Modell zum „Single Point Of Truth“. Durch eigene, in Java entwickelte Rhapsody-Plug-ins“ kann das Modell automatisiert weitere Modellelemente anlegen. Zum Beispiel können aus tabellarischen Sichten im Modell, die eine Konfiguration der Software repräsentiert, die entsprechenden Modellelemente automatisch generiert werden. Dadurch entsteht durch Abstraktion eine bessere Wartbarkeit für den Entwickler, sowie gleichzeitig eine Konsistenz zwischen Konfiguration und Code. Zudem werden bei der Generierung dieser Elemente stereotypbasierte Code-Patterns eingesetzt, wodurch Eingriffe in den Code reduziert werden. Änderungen lassen sich dadurch schneller und gezielter umsetzen. Das Ergebnis ist die Steigerung der Qualität im Entwicklungsprozess.
Als Interface schließlich verbindet das Modell Entwicklung, Test und Analyse. Durch die Integration von erweiterten Tracing Möglichkeiten in den „UML Target Debugger“ durch die enge Kooperation mit IBM Business Partner und Toolhersteller SodiusWillert, konnte das Debug- und Tracing-Ökosystem homogenisiert werden. Dadurch sind die vielfältigen Analysemöglichkeiten jederzeit aus dem Modell heraus gewährleistet und Eigenentwicklungen konnten minimiert werden. Dadurch führte die Erweiterung des „UML Target Debugger“ aus dem Embedded UML Studio von IBM Business Partner SodiusWillert zu einer signifikanten Effizienzsteigerung. Zudem konnte dadurch bei Thomas zu einer einheitlichen Analyse über alle Projektphasen hinweg, tieferen Einblicken in das Echtzeitverhalten, sowie einer effizienteren Fehlersuche beigetragen werden.
Mehr als Effizienz: Eine neue Identität
Die Ergebnisse sprechen für sich: höhere Entwicklungsgeschwindigkeit, klarere und stabilere Architekturen, durchgängige Testbarkeit und eine spürbar verbesserte Softwarequalität. Doch der vielleicht wichtigste Effekt ist kultureller Natur. Die modellbasierte Entwicklung ist heute fest in der Identität des Teams verankert. Arbeitsweisen und Methoden werden regelmäßig reflektiert, Prozesse automatisiert, Strukturen kontinuierlich verbessert.
Fazit: Embedded Engineering auf industriellem Top-Niveau
Thomas zeigt eindrucksvoll, wie Embedded-Softwareentwicklung auf Top-Niveau funktionieren kann – durch konsequente Modellierung, intelligente Automatisierung und nahtlose Tool-Integration. Das Ergebnis ist nicht nur eine höhere Softwarequalität, sondern eine belastbare Basis für kommende Produktgenerationen in einer zunehmend softwaregetriebenen Industrie.
Über SodiusWillert
Mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Entwicklung komplexer Systeme und Software maximieren wir den Nutzen unserer Kunden aus ihrer Investition in IBM Tools. Als IBM Platinum Partner konzentriert sich SodiusWillert auf die Bereitstellung der kompletten Engineering-Lösung: Tools, Schulungen, Anpassung und Konfiguration, Coaching und fortlaufender Support. Zudem haben wir bewährte Add-ons und Erweiterungen entwickelt, die es Kunden ermöglichen, Tools, Methoden und Prozesse so einzusetzen, wie es ihren Bedürfnissen und Erwartungen entspricht. Weitere Informationen finden Sie unter www.sodiuswillert.com.
Embedded UML Studio enthält IBM Rhapsody, sowie die SodiusWillert Module UML Target Debugger und das Real-time Execution Framework RXF inklusive einer Reihe von Adaptern für Compiler, Zielplattformen und Real-time Betriebssysteme.
Über IBM
IBM ist ein führender Anbieter von globaler Hybrid Cloud und KI sowie von Beratungsexpertise. Wir helfen Kunden in mehr als 175 Ländern dabei, Erkenntnisse aus ihren Daten zu nutzen, Geschäftsprozesse zu optimieren, Kosten zu senken und Wettbewerbsvorteile in ihren Branchen zu erzielen. Mehr als 4.000 Regierungs- und Unternehmenseinheiten in kritischen Infrastrukturbereichen wie Finanzdienstleistungen, Telekommunikation und Gesundheitswesen verlassen sich auf die Hybrid-Cloud-Plattform von IBM und Red Hat OpenShift, um ihre digitale Transformation schnell, effizient und sicher zu gestalten. Die bahnbrechenden Innovationen von IBM in den Bereichen KI, Quantencomputing, branchenspezifische Cloud-Lösungen und Beratung bieten unseren Kunden offene und flexible Optionen. All dies wird von IBMs langjährigem Engagement für Vertrauen, Transparenz, Verantwortung, Inklusion und Service unterstützt. Besuchen Sie ibm.com für weitere Informationen.
Über Thomas
Thomas ist ein führender Hersteller elektromagnetischer Aktuatoren für Mobilitätslösungen und Off‑Highway‑Anwendungen. Wir sind Entwicklungspartner und Systemlieferant für innovative, kundenspezifische elektronische Aktuatorlösungen für fluidtechnische und mechatronische Anwendungen, basierend auf effizienten Standards.
Seit 2025 ist die German Medical Engineering GmbH (GME) Teil der Thomas Group. Das Unternehmen ist auf die Entwicklung professioneller therapeutischer Licht‑ und Lasersysteme spezialisiert und erweitert damit die bestehenden Märkte um den Bereich Healthcare.
