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Rückblick 2025: Freiräume schaffen durch intelligente Automatisierung

IT-Automatisierung entwickelt sich zunehmend zu einem tragenden Bestandteil der Unternehmensstrategie – ein Trend, der sich auch im Jahr 2025 fortsetzte...
IT-Automatisierung entwickelt sich zunehmend zu einem tragenden Bestandteil der Unternehmensstrategie – ein Trend, der sich auch im Jahr 2025 fortsetzte. Auf unserer IBM Technologiemesse Think on Tour im November berichteten einige unserer Kunden eindrucksvoll von den Vorteilen, die ihnen der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) gerade auch in Kombination mit Automatisierung bietet. Ergebnisse einer aktuellen Studie des IBM Institute for Business Value bestätigen das:
- Etwa sechs von zehn Unternehmen in Deutschland setzen generative KI bereits ein oder optimieren entsprechende Anwendungen.
- KI wird zunehmend als operativer Beschleuniger verstanden – vor allem in Verbindung mit Automatisierung und Cloud. Unternehmen, die beide Technologien kombinieren, profitieren von geringeren IT-Kosten, stabileren Prozessen und höherer Agilität.
- Unternehmen, die ihre IT-Architekturen modernisieren und systematisch automatisieren, reduzieren Kosten, stärken ihre Resilienz und gewinnen Handlungsspielraum für Innovation.
Diesen Befund möchte ich zum Anlass nehmen, nachfolgend die diesbezüglich wichtigsten Entwicklungen des Jahres einzuordnen – und zu zeigen, wie Firmen mit Hilfe von KI und Automatisierung ihren IT-Betrieb optimieren können.
Infrastruktur-Modernisierung als kontinuierlicher Prozess
Die Modernisierung der IT-Infrastruktur ist ein fortlaufender Prozess, bei dem Automatisierung eine zentrale Rolle spielt. Unternehmen, die intelligentes Monitoring und Self-Healing einsetzen, berichten von einer spürbar erhöhten Verfügbarkeit. Denn moderne IT-Landschaften passen sich dynamisch an neue Anforderungen an, skalieren automatisch und vereinfachen die Verwaltung heterogener Systeme. Diese Agilität ist entscheidend, um die durch Cloud und KI beschleunigten Innovationszyklen zu bewältigen.
Ein wichtiger Trend ist End-to-End-Orchestrierung: Moderne Plattformen verbinden Systeme über APIs und Event-Streaming, beseitigen Medienbrüche und ermöglichen vollständig orchestrierte Workflows. Unternehmen, die das einsetzen, berichten von einer deutlich höheren Effizienz und geringeren Fehlerquote. Infrastruktur-Modernisierung bildet die strukturelle Grundlage, auf der höhere Automatisierungsniveaus – KI-gestützte Betriebsmodelle, Policy-basierte Steuerung oder Orchestrierung – überhaupt erst greifen können.
Diese Entwicklung zeigt, dass die Zukunft der IT-Automatisierung in nahtlos integrierten Systemen und Prozessen liegt, die komplexe Abhängigkeiten intelligent steuern. Entscheidend ist daher die Fähigkeit zur Integration: Unternehmen, die Systeme, Daten, Menschen und Prozesse nahtlos verbinden, sichern sich einen Technologievorsprung.
Ein gutes Beispiel dafür sind die Wiener Linien: Bei der Modernisierung des U-Bahn-Netzes setzen sie – gemeinsam mit WienIT und IBM – auf moderne Bahnsteigtürmonitore und Echtzeit-Auslastungsanzeigen. Dafür erfasst die Automatisierunglösung IBM webMethods Hybrid Integration die Zugdaten in Echtzeit, stellt ein Auslastungs-API bereit und ermöglicht die schnelle, sichere und skalierbare Einbindung unterschiedlicher Systeme. Sensordaten können so mit statischen Informationen kombiniert und zur Steuerung der Anzeigen genutzt werden – das führt zu einer hohen Sicherheit, Skalierbarkeit und einfachen Bedienbarkeit.
Neue Freiräume schaffen - KI als Katalysator
KI spielt auch bei der IT-Automatisierung eine immer wichtigere Rolle: Sie fungiert als Katalysator, da sie Muster erkennt, Abweichungen frühzeitig identifiziert und Entscheidungen auf Basis großer Datenmengen beschleunigt. Ein hervorragendes Beispiel sind Predictive-Maintenance-Anwendungen, die potenzielle Probleme erkennen, bevor sie zu Ausfallzeiten führen. Diese proaktive Herangehensweise ermöglicht es Unternehmen, Lösungen rechtzeitig einzuleiten. Die Modelle erkennen Störungen frühzeitig, Self-Healing-Workflows beheben sie automatisch, bevor es zu Ausfällen kommen kann.
Die Reaktionsgeschwindigkeit auf Marktveränderungen erhöht sich durch den Einsatz von KI ebenfalls signifikant. Intelligente Werkzeuge, die Daten in Echtzeit analysieren, helfen IT-Teams, Prioritäten richtig zu setzen und Risiken frühzeitig zu mindern. So berichten auch immer mehr Organisationen berichten von deutlich verkürzten Bearbeitungszeiten und einer spürbaren Verbesserung der Servicequalität durch den Einsatz KI-gestützter Automatisierung.
Zum Beispiel können Routineaufgaben, die beim Infrastruktur- und Anwendungsmanagement anfallen und zuvor viel Zeit banden, heute automatisiert werden. Der Praxisbeitrag „Raus aus dem IT-Hamsterrad“ von Arne Melcher zeigt anschaulich, wie unsere Site-Reliability-Ingenieure durch den Einsatz von IBM Concert - ein KI-gesteuertes Tool - mehr Zeit für strategische Aufgaben gewinnen, statt durchgängig im operativen Feuerlöschen beim CVE-Patchen gebunden zu sein. Automatisierte Sicherheitsanalysen, Zertifikatsverwaltung und intelligentes Incident-Routing entlasten das IT-Team spürbar, schaffen Raum für Innovation und erhöhen die Agilität im laufenden Betrieb. Dieses hauseigene Beispiel überzeugte auch die Deutsche Telekom: Das Unternehmen gab Anfang Juli bekannt, IBM Concert zu implementieren, um eine intelligente Automatisierung des Patch-Managements und die Orchestrierung sicherheitsrelevanter Aktivitäten zu ermöglichen.

KI-gestützte Automatisierung hilft IT-Adminstratoren dabei, zeitaufwendige Routineaufgaben im Systemmanagement schneller zu bewältigen.
Cloud-Transformation als Schlüssel
Die Cloud wird immer mehr zum Fundament automatisierter IT-Prozesse, sie macht Daten zentral verfügbar, integriert KI-Funktionen und ermöglicht es Systemen, sich dynamisch an Marktanforderungen anzupassen. Moderne Cloud-ERP- und Plattformlösungen bieten Automatisierungsfunktionen wie Continuous Delivery, Auto-Patching und integrierte Compliance-Kontrollen standardmäßig an – und entlasten IT-Abteilungen spürbar.
Ein wichtiges Ereignis für IBM war im Frühjahr 2025 die Akquisition von HashiCorp, das unser Portfolio um wegweisende Infrastruktur- und Sicherheitslösungen erweitert. Damit bieten wir Kunden neue Möglichkeiten, komplexe Multi-Cloud- und Hybrid-Umgebungen so zu gestalten, dass sie den stetig wachsenden Anforderungen an Geschwindigkeit, Sicherheit und Effizienz gerecht werden. So nutzte zum Beispiel die Helvetia Versicherungsgruppe HashiCorp Terraform, um in gut einem Jahr 200 Anwendungen mithilfe von Automatisierung und Standardisierung von lokalen Rechenzentren in die Public Cloud zu migrieren. Welche Möglichkeiten Unternehmen haben, ihre IT-Landschaft smart zu gestalten, legen mein Kollege Steffen Wagner und ich im Fachartikel „Infrastruktur im Wandel" näher dar.
Parallel gewinnt die finanzielle Dimension an Bedeutung – gerade bei Cloud-Ausgaben: Unternehmen, die FinOps-Verfahren einführen, steuern ihre Cloud-Kosten deutlich präziser. Automatisierte Kostenanalysen, Nutzungsoptimierung und Transparenzmechanismen sorgen dafür, dass Effizienzgewinne auch wirtschaftlich spürbar sind, wie im Beitrag „Cloud-Ausgaben mit FinOps verstehen und verwalten“ zu lesen ist.
Beispielsweise startete die Raiffeisen Bank International (RBI) eine strategische Initiative zur Optimierung ihrer Cloud-Ausgaben und zur Verbesserung der Transparenz in ihrer Multi-Cloud-Umgebung. Bereits nach wenigen Monaten konnte die RBI dank IBM Cloudability mit Apptio eine deutlich höhere Kostentransparenz erreichen, verbesserte ihre verbrauchsbasierte interne Verrechnung und stellte Teams in elf Märkten Echtzeitdaten sowie direkt nutzbare Empfehlungen zur Verfügung.
Operative und finanzielle Effizienz in verschiedensten Branchen
Doch Automatisierung wirkt längst nicht mehr nur in den IT-Abteilungen. In Branchen wie Banking, Fertigung, Logistik, Retail oder öffentlicher Verwaltung reduzieren automatisierte Workflows Fehler und beschleunigen Abläufe.
Ein Jahresend-Highlight war für mich die Vereinbarung von Atruvia und IBM zur Zukunftssicherung ihrer IT-Plattformen für autonomes und nachhaltiges Banking. Im Zentrum stehen für Atruvia die Modernisierung und Hybrid-Cloud-Integration, um Nutzern bessere Services und ein herausragendes Erlebnis bieten zu können. IBM unterstützt dies mit Software und Infrastruktur, die zur Förderung der der Automatisierung, des Datenmanagement und der betrieblichen Effizienz eingesetzt werden können. Zum Beispiel werden mit IBM Turbonomic technologische Abhängigkeiten durch intelligent optimierte Workloads reduziert und dynamisch verteilt, während Apptio für Kostentransparenz sorgt und Abhängigkeiten in Bezug auf die Wertschöpfung den Herstellern zuordnet.
Fazit: Die neue Normalität
Das Jahr 2025 hat eindrucksvoll gezeigt: IT-Automatisierung ist längst keine Option mehr – sie ist die neue Normalität. Unternehmen, die Automatisierung strategisch verankern, gewinnen an Geschwindigkeit, Stabilität und Innovationskraft.
Die erfolgreiche IT-Organisation von morgen zeichnet sich durch intelligente, adaptive und zunehmend autonome Systeme aus, die sich flexibel an veränderte Anforderungen anpassen. Automatisierung wird damit zum Herzstück moderner IT-Strategien. Unternehmen, die den Wandel aktiv gestalten, gehören zu den Gewinnern der kommenden Jahre.