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Der übersehene Erfolgsfaktor: Warum die IT über den Erfolg von M&A-Deals entscheidet

March 19, 2026

Dieser Artikel zeigt, warum die IT bei „Mergers & Acquisitions“ (M&A) -Prozessen im Mittelstand oft unterschätzt wird und wie sie sich in den entscheidenden Motor für einen erfolgreichen Zusammenschluss verwandelt.

 

Eine Fusion oder Übernahme verspricht Wachstum, doch die Realität nach dem Deal sieht oft ernüchternd aus. Während die Bilanzen auf dem Papier stimmen, lähmen technische Probleme und Systembrüche die erhoffte Integration. Das muss nicht sein. Dieser Artikel zeigt, warum die IT bei „Mergers & Acquisitions“ (M&A) -Prozessen im Mittelstand oft unterschätzt wird und wie sie sich in den entscheidenden Motor für einen erfolgreichen Zusammenschluss verwandelt.

Wenn zwei Unternehmen fusionieren, herrscht zu Beginn meistens Hochstimmung: Nach oft monatelangen Verhandlungen stimmen die Kennzahlen, die rechtliche Prüfung ist abgeschlossen und die neue Geschäftsführung erläutert unermüdlich alle Vorteile für Kunden, Partner und die Mitarbeitenden. Der Zusammenschluss der Unternehmen wird feierlich besiegelt, Strategie-Workshops holen die Belegschaft beider Unternehmen ab und legen den Grundstein für die künftigen Erfolge. Doch schon wenige Monate später stockt die Integration. Kundenbeschwerden häufen sich, Systeme kommunizieren nicht miteinander und das Team ist frustriert. War der ganze Merger vielleicht doch ein Fehler?

Nicht das Gesamtvorhaben war falsch. Auch nicht der Preis. Was übersehen wurde, war die IT. Dabei ist die IT längst nicht mehr nur eine Abteilung – sie ist das Rückgrat nahezu aller zentralen Geschäftsbereiche im Unternehmen. Ob Finanzplanung, Personalmanagement, Vertrieb oder Produktion: Nahezu jeder Prozess, jede Entscheidung und jedes Wachstumsvorhaben ist heute von Technologie durchdrungen. Außerdem ist die IT-Landschaft – auch im Mittelstand – von steigender Komplexität geprägt.

 

IT als kritische Infrastruktur – auch für den Mittelstand

 

In der Vergangenheit war es üblich, die IT erst nach dem Abschluss des M&A-Prozesses einzubeziehen. Dabei wurden meist technische Projektteams eingesetzt, die sich um Schnittstellen, Datenmigration oder Systemzusammenführung kümmern sollten. Heute reicht das nicht mehr. Denn die Realität sieht anders aus: Die IT ist dafür verantwortlich, dass Finanzdaten korrekt konsolidiert, HR-Prozesse weiterlaufen, Kunden nahtlos betreut oder Produkte ausgeliefert werden können. Kurz gesagt: Ohne funktionierende IT gibt es keine Geschäftskontinuität. Und damit auch keinen M&A-Erfolg. Das ist eigentlich keine neue Erkenntnis. So stellten Experten schon 2019 in einem Fachbeitrag der M&A Review fest: „Die IT muss in allen Phasen eines M&A-Vorhabens für dessen erfolgreiche Durchführung involviert werden.“

Trotzdem werden die IT-Expert_innen in vielen Due-Diligence-Prozessen erst spät eingebunden. Die Folgen sind vielfältig und können sich gravierend auf den Erfolg des neu entstandenen Unternehmens auswirken:

  • kostspielige Nachbesserungen
  • Zeitverlust
  • der Verlust von Kunden, Mitarbeitenden oder Marktanteilen.

 

Dynamik nimmt zu – aber Qualität entscheidet

 

Laut einer Analyse von Starkpartners ist die Zahl der M&A-Transaktionen im DACH-Raum im Jahr 2024 um 15 Prozent gestiegen – ein deutliches Wachstum trotz geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Auch 2025 setzte sich dieser Trend fort: Im ersten Halbjahr 2025 meldeten 21 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in der DACH-Region steigende Transaktionsvolumina, während 63 Prozent stabile Werte verzeichneten. Zugleich bleibt der Markt anspruchsvoll:

  • Käufer und Investoren agieren selektiver und strategischer
  • Der Zugang zu Kapital wird schwieriger
  • Künstliche Intelligenz wird von Investoren in der Marktforschung bereits häufig genutzt – Tendenz steigend.

Zugleich verschiebt sich der Fokus nach dem M&A-Abschluss stärker auf operative Hebel: Integration, Skalierung, Technologieausbau und Standortoptimierung bestimmen zunehmend den Erfolg einer Transaktion. Unternehmen, die hier durch eine anschlussfähige IT punkten können, verbessern nicht nur ihre Integrationsfähigkeit, sondern erzielen auch bessere Bewertungen und Deal-Konditionen.

 

Abb: Eine anschlussfähige IT entscheidet über die Integrationsfähigkeit nach einer Transaktion.

 

Der Mittelstand ist besonders gefordert – und gefragt

 

Laut KfW Research fanden zwischen 2005 und 2017 jährlich über 1.100 Transaktionen statt, bei denen deutsche Mittelständler (bis 500 Mio. € Umsatz) übernommen wurden. Besonders häufig betroffen waren das verarbeitende Gewerbe und technologieorientierte Dienstleister.

Doch gerade im Mittelstand sind die technologischen Voraussetzungen oft heterogen, wenig dokumentiert oder nicht skalierbar. Historisch gewachsene IT-Strukturen, individuelle Lösungen und fehlende Standardisierung machen Integrationen schwer kalkulierbar – und somit risikoreicher.

Dass hier Handlungsbedarf besteht, bestätigen auch deutsche Top-Entscheider. Laut einer  Studie des IBM Institute for Business Value sagen 68 Prozent der deutschen CEOs, dass die Angst, technologisch zurückzufallen, sie dazu treibt, in bestimmte Technologien zu investieren, noch bevor der konkrete Mehrwert für das Unternehmen klar ist. Gleichzeitig geben 61 Prozent der deutschen CEOs an, dass ihr Unternehmen Schwierigkeiten hat, bei unerwarteten Veränderungen das richtige Gleichgewicht zwischen der Finanzierung des laufenden Betriebs und Investitionen in Innovation zu halten.

Gerade deshalb bieten M&A-Prozesse für den Mittelstand eine Chance: Sie können ein Anlass sein, bestehende IT-Landschaften auf den Prüfstand zu stellen, zu konsolidieren und zukunftsfähig zu machen. Der entscheidende Faktor ist dabei, die IT nicht als reine Kostenstelle zu betrachten, sondern als Treiber für Integration und Wachstum ernst zu nehmen.

 

Erfolg entsteht durch Zusammenarbeit – nicht durch Technik allein

 

Für eine erfolgreiche Integration braucht es mehr als eine solide IT-Abteilung. Es braucht eine enge Zusammenarbeit zwischen CFO und CIO. Nur wenn die finanziellen und technologischen Perspektiven aufeinander abgestimmt sind, können realistische Pläne entstehen.

Ansätze wie das Technology Business Management (TBM) helfen dabei, IT-Investitionen mit konkreten Geschäftszielen zu verknüpfen – sei es beim Aufzeigen von Einsparpotenzialen, bei der Bewertung von Lizenzmodellen oder der Harmonisierung von Systemlandschaften. Unter „TBM“ versteht man alle erforderlichen Maßnahmen und Methoden, die dazu beitragen, eine ganzheitliche Sicht auf den Wertbeitrag der IT zu ermöglichen. TBM verbindet operationale, finanzielle und verbrauchsorientierte Daten und erstellt dadurch ein Bild über die IT-Ressourcen der Wertschöpfungskette der IT. 

Längst sind IT-Landschaften zu komplex, um sie vollständig manuell zu verwalten. Die Integration zweier Landschaften kann also der richtige Zeitpunkt sein, um über KI-gestützte Automatisierung nachzudenken. Das stärkt die Resilienz und fördert das künftige Wachstum. Ansatzpunkte für solche Maßnahmen gibt es viele: Die Verwaltung der Hybrid Cloud, das optimierte Anwendungsmanagement oder ein verbessertes Identitätsmanagement. Am besten gleich hier reinlesen und mehr erfahren!

 

Fazit: Die IT ist kein Risikofaktor – wenn man sie ernst nimmt

 

M&A-Prozesse sind längst kein reiner Finanzakt mehr. Sie sind ein langfristiges Transformationsprojekt, das tief ins operative Herz der Unternehmen eingreift.

Im Mittelstand entscheidet die IT heute mit darüber, ob zwei Unternehmen wirklich zusammenfinden – oder ob eine strategisch sinnvolle Übernahme dann doch operativ scheitert. Wer frühzeitig Transparenz schafft, IT-Risiken bewertet und Technologie aktiv in den Integrationsprozess einbindet, arbeitet nicht nur effizienter, sondern kann den potenziellen Mehrwert des Deals auch tatsächlich ausschöpfen.

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Der Artikel ist ursprünglich am 20.11.2025 auf MarktundMittelstand.de unter dem Titel „M&A im Mittelstand: Die stille Macht hinter dem Deal“ erschienen. 

 

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