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Automatisierung und Orchestrierung über den gesamten System- und Anwendungsstack hinweg einfach gestalten

IBM Concert Workflows als zentrale Drehscheibe für HashiCorpTerraform, Red Hat Ansible und andere Tools Die Automatisierung im Infrastrukturmanagement hat sich erheblich weiterentwickelt.
IBM Concert Workflows als zentrale Drehscheibe für HashiCorpTerraform, Red Hat Ansible und andere Tools
Die Automatisierung im Infrastrukturmanagement hat sich erheblich weiterentwickelt und ist von einfachen skriptbasierten Ansätzen zu hochentwickelten Automations-Plattformen übergegangen, die komplexe IT-Umgebungen mit ereignisgesteuerten Automatismen verwalten. Der Weg von der rein deklarativen Automatisierung hin zu orchestrierten Workflows stellt eine pragmatische Entwicklung im IT-Betrieb dar, um der notwendigen Flexibilität und Koordination moderner IT-Abläufe gerecht zu werden.
Neue „Low-Code“- bzw. „No-Code“- Tools wie IBM Concert Workflows spielen als ergänzende Orchestrierungsebene für Automatisierungstools wie Hashicorp Terraform und die Red Hat Ansible Automation Platform (AAP) eine wichtige Rolle. Die Orchestrierung ermöglicht es den Unternehmen im IT-Betrieb, umfassende „end-to-end“ Workflows mit Vor- und Nachbereitungen von Abläufen zu erstellen. Diese machen so die Integrationen und Verbindungen von Systemen und Anwendungen in geprüften und freigegebenen Workflows zugänglich und übersichtlich.
Doch welchen Mehrwert bringt es nun, zu bestehenden Automatisierungsplatformen wie Hashicorp Terraform oder Red Hat Ansible Automation eine weitere Orchestrierungsschicht einzufügen? Es kommt dabei auf die durchzuführenden Abläufe an: Oft werden Vor- und Nachbereitungsprozesse benötigt, um eine Script-basierte Provisionierung oder Konfiguration zu erweitern, die meist ohne Nutzer-Interaktion ablaufen. Beispiele für Vor- und Nachbereitungsaktivitäten können sein:
- Erstellung eines IT-Service-Management Tickets
- Abfrage von CMDB-Daten
- Erstellung/Löschung von Firewall- oder Netzwerk-Port Freigaben
- Starten/Stoppen eines Services (Herunterfahren von Systemen, z.B. JVMs, Datenbanken)
- Deaktivieren von Verbindungen oder Integrationen zu anderen Applikationen
- Einholen von Genehmigungen
- Überprüfung des Ressourcenbedarfs (CPU/Arbeitsspeicher/Festplattenspeicher)
- Abschließende (Aufräum-)Arbeiten
- Aktualisieren /Schließen von ITSM-Tickets
- Aktualisierung von CMDB-Einträgen
- Hochfahren von Verbindungen oder Integrationen
- Hochfahren von Anwendungen
- Durchführung von Testfällen zur Anwendungsüberprüfung
- Geöffnete (externe) Verbindungen wieder schließen
Für die einzelnen Aufgabenschritte eignen sich sehr gut Script-basierte Verfahren. Doch für den Gesamtablauf erfordert es oft mehrere Fallunterscheidungen, die mit auf den IT-Betrieb ausgerichteten Workflows (kurz: IT-Workflows) gut abgebildet werden können. Ein komplexer Vorgang mit Verzweigungen, Fallentscheidungen und Auslösung verschiedener Aktivitäten auf mehreren Systemen und Anwendungen macht eine übergreifende, klammerbildende End-to-End-Orchestrierung unumgänglich. Dazu eignet sich ein imperativer Ansatz mit einem definierten IT-Workflow aus „Low-Code“- bzw. „No-Code“- Komponenten.
Denn trotz der Einfachheit und dem breiten Funktionsumfang deklarativer Ansätze zeigen sich in der Praxis deren Grenzen. Rein deklarative Tools stoßen oft an ihre Grenzen - sobald APIs von Cloud-Anbietern externe Anfragen filtern, Datenbankmigrationen bestimmte Abläufe erforderlich machen oder Änderungen an Firewall-Regeln vor der Ausführung genehmigt werden müssen. Diese Szenarien benötigen eine bedingte Ablauflogik sowie manuelle Genehmigungen, Fehlerbehandlung und ein Workflow-Management, so dass deklarative Tools dafür nur bedingt ausgelegt sind. Hier kommen Automatisierungsplattformen mit IT-affinen Workflows wie IBM Concert ins Spiel.

Abb.: Features Section der IBM Concert Workflows Page
Orchestrierung von IT-Workflows
IT-Workflows führen - im Gegensatz zu denen, die auf Geschäftsprozesse ausgerichtet sind - primär Infrastruktur- und Anwendungskonfigurationen aus, und das meist ohne Nutzer-Interaktionen. Effiziente IT-Workflow-Orchestrierung bedeutet, dass mehrere automatisierte Aufgaben über verschiedene Systeme und Anwendungen hinweg miteinander koordiniert werden, damit IT-Prozesse reibungslos ablaufen.
Im Gegensatz zur Business-Workflow-Automatisierung, die inhaltsreiche Aufgaben mit vordefinierten Geschäftsprozessen und Nutzer-Interaktionen automatisiert, sorgt die Orchestrierung von IT-Workflows dafür, dass diese Aufgaben systemseitig logisch miteinander verknüpft sind und integriert zusammenarbeiten. So entsteht ein durchgängiger Ablauf, der sich auch in andere Laufzeitumgebungen wie Private und Public Clouds integrieren lässt. Typische Aufgaben wie Datentransformationen, Benachrichtigungen, Genehmigungen oder Systemaktualisierungen werden dabei aufeinander abgestimmt ausgeführt. Das reduziert Fehler im Gesamtablauf und verbessert die Resilienz des gesamten IT-Betriebs end-to-end.
Kurzum, ein effizienter IT-Workflow…
- verbindet vorhandene Applikationen (ITSM-Tools, Monitoring-Lösungen, Reporting-Plattformen),
- orchestriert, welche Schritte wann und wo deklarativ ausgeführt werden,
- integriert und ergänzt bestehende Skripte, Playbooks und Runbooks auf Automatisierungs-Plattformen wie Terraform, Ansible, git, Jira, Jenkins.
Durch die Nutzung von APIs, Ereignisauslösern (Event Triggern) und rollenbasierten Zugängen erfolgt die Automatisierung mit IT-Workflows über Systeme und Anwendungen hinweg. Der Ablauf wird so mit einer umfassenden Orchestrierung auf allen Ebenen vereinheitlicht - angefangen von Netzwerk und Systemen bis hin zu Anwendungsservices. Dabei können Workflows über APIs oder über ein grafisches User-Interface ausgeführt werden.
IT-Workflows kombinieren die einzelnen schrittweise erfolgenden Workflow-Funktionen, die für die Abwicklung komplexer Prozesse - mit verschiedenen Abhängigkeiten, Entscheidungspunkten und menschlichem Eingreifen - erforderlich sind. Anstatt deklarative Tools zu ersetzen, kann ein IT-Workflow diese effizient ergänzen, indem es selektive Ausführungen innerhalb umfassender Workflows einbettet und koordiniert. Komplexe Abläufe lassen sich so gesamtheitlich bewältigen. Workflows können durch die IBM watsonx-Integration mit Hilfe von KI und einfacher Sprache generiert werden.
IBM stellt in einer zentralen Library publizierte Integrationen zu anderen IT-Anwendungen von IBM oder anderen Anbietern sowie Workflow-Beispiele öffentlich bereit: Die IBM Automation Library ist eine frei zugängliche Plattform und bietet eine Vielzahl an Hersteller-Integrationen und wiederwendbaren sowie anpassbaren Beispielen für Workflows.
Auf die Mischung kommt es an
Der Weg von einer rein deklarativen zu einer Workflow-basierten Automatisierung stellt eine pragmatische Weiterentwicklung dafür dar, wie Unternehmen die Automatisierung ihrer Infrastruktur und Abläufe sinnvoll angehen können. Anstatt sie als konkurrierende Paradigmen zu betrachten, erkennen gerade Unternehmen wie IT-Provider oder MSPs den Wert beider Ansätze: Sie nutzen einerseits deklarative Tools aufgrund ihrer Stärken bei der Definition der gewünschten Zustände, während sie andererseits die imperative Orchestrierung über IT-Workflows planen, um die komplexen End-to-End-Abläufe zu bewältigen, die in produktiven IT-Umgebungen erforderlich sind.
Durch die Positionierung von IBM Concert Workflows als Orchestrierungsebene für HashiCorp Terraform und Red Hat Ansible können Unternehmen eine noch umfassendere Automatisierung aufbauen, die weit über die grundlegende Bereitstellung und Konfiguration von Komponenten hinausgeht. Dieser orchestrierte Ansatz ermöglicht es Teams, End-zu-End-Prozesse zu automatisieren, etwa bei der Infrastruktur- und Anwendungsbereitstellung, dem Konfigurationsmanagement, für Observability-(Agent)-Updates, CMDB-Datensätze, ITSM-Integrationen und Team-Benachrichtigungen. Dadurch entsteht eine wirklich transformative Automatisierung, anstatt lediglich bestehende Aufgaben zu rationalisieren.
Fazit: Die Zukunft der Infrastrukturautomatisierung liegt nicht in der Wahl zwischen deklarativen und imperativen Ansätzen, sondern in ihrer intelligenten Kombination. Durch die strategische Orchestrierung lässt sich eine Automatisierung schaffen, die der gesamten Komplexität moderner IT-Abläufe gerecht wird.