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Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg startet Entwicklungsprojekt für ein KI-Werkzeug zur Aktenstrukturierung

Apr 24, 2026

Ehningen, 24. April 2026, Das Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg setzt gemeinsam mit IBM, CODEFY und Materna das Projekt „StruKI“ - Strukturierung von Justizverfahrensakten mit Hilfe von KI und KI-Apps – um. Im Rahmen der Justizdigitalisierung ist die technologische Unterstützung der Aktenstrukturierung ein bedeutsames und durch die fachliche Komplexität ambitioniertes Ziel. Dies hat erheblichen Einfluss auf die effiziente Verfahrensführung und inhaltliche Qualität der juristischen Entscheidung. Sie betrifft die ordentliche Gerichtsbarkeit, Fachgerichtsbarkeit sowie Staatsanwaltschaft. Auf Basis erfolgreicher Machbarkeitsstudien aus dem vergangenen Jahr wird diese in Zusammenarbeit mit der Justizpraxis weiterentwickelt.

Die inhaltliche Durchdringung und Strukturierung von Verfahrensakten ist eine zentrale Aufgabe, die zeitaufwändig und anspruchsvoll ist. Justizverfahrensakten sind komplex: vielfältige Streitgegenstände, langfristige Sachverläufe, verzahnte Schriftsätze und hierarchische Anträge erschweren die Strukturierung. Klassische regelbasierte Natural Language Processing (NLP)‑Ansätze stoßen dabei an Grenzen. Moderne KI-Verfahren in Form von Large Language Models (LLMs) erfassen umfangreiche Texte semantisch und erleichtern so die strukturierte Aufbereitung entscheidungsrelevanter Informationen aus der stark verschachtelten Aktenlage. Als zentrale Plattform für den Betrieb der LLMs kommt IBM watsonx.ai als offene und skalierbare Umgebung zum Einsatz. So können unterschiedliche Modelle – wie IBM-eigene Granite-Modelle oder Open-Source-Modelle – flexibel integriert und für spezifische fachliche Aufgaben konfiguriert werden. Die Plattform unterstützt dabei den gesamten Entwicklungs- und Einsatzprozess generativer KI. Mit sicherem, skalierbarem Betrieb schafft watsonx.ai eine leistungsfähige und zukunftsfähige Basis für den verantwortungsvollen Einsatz generativer KI in der Justiz.

Mit dem Projekt StruKI hat das Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg ein Entwicklungsprojekt für ein KI-Werkzeug zur Aktenstrukturierung gestartet, das in allen Bereichen der Justiz zum Einsatz kommen kann. Das Projekt ist Teil der Digitalisierungsinitiative des Bundes für die Justiz und fügt sich in die Gesamtstrategie der Justiz Baden-Württemberg ein, die Potentiale von KI für die Praxis zu erschließen.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit IBM als strategischer KI-Innovationspartner der Justiz Baden-Württemberg, dem Heidelberger Legal Tech-Startup und Landespreisträger für junge Unternehmen CODEFY sowie dem eJustice und KI-Spezialisten Materna Information & Communications SE realisiert.

 

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